Insekten

Tritt ein in die faszinierende Welt der Insekten

Warum sollen unsere Gärten insektenfreundlich sein? Reicht nicht „schön“? Nein, denn die riesige Vielfalt an Insekten ist wichtig für das planetare Ökosystem und nicht zuletzt auch für unser eigenes Überleben. Dies ist ein kleiner Ausschnitt davon, wie Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Ameisen und andere Insekten als Bestäuber, Zersetzer und Nahrungsquelle für Vögel und andere unser Ökosystem prägen und warum ihr Schutz so wichtig ist.

Fleißige Bestäuber

Wildbienen, Schwebfliegen und andere tragen entscheidend zur Befruchtung zahlreicher Pflanzenarten bei. Ohne sie würde ein großer Teil unserer Nahrungsgrundlage wegbrechen.

Lebensraum

Auch Schmetterlinge gehören dazu. Und sie brauchen wie alle Insekten Nahrungspflanzen, Futterpflanzen für ihre Raupen und einen Platz für den Winter. Dafür können wir sorgen!

Ökosystem-Balance

Doch es geht nicht nur ums Bestäuben von Pflanzen. Wer zersetzt Holz, Laub und Abfälle? Wer trägt den Kot anderer Lebewesen fort? Ohne all diese anderen Insekten wäre die Welt eine andere.

Maskenbiene breit
Maskenbiene

Wildbienen sind mit die wichtigsten Bestäuber unserer Pflanzen. Viele sind Generalisten, aber nicht wenige sind auch Spezialisten, die auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Lasst uns die richtigen Gewächse für sie anpflanzen!

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Oben sehen wir einige wichtige Arten, die für die Vielzahl an Arten stehen, die bei uns heimisch sind Fotos: NABU Mediathek

Die obigen Fotos bieten nur eine winzige Auswahl an Insektenarten, denn weltweit gibt es laut Statista mindestens eine Million Arten, womöglich sogar über fünf Millionen Insektenarten, die alle eine andere Lebensweise und Funktion haben und die wir noch lange nicht alle kennen. Alle sind sie Teil eines Netzwerks, das mit Pflanzen, anderen Tieren, Pilzen und anderen Lebewesen ineinandergreift. Entsteht eine Lücke in diesem Netz, kann sie vielleicht noch geschlossen werden. Nehmen die Lücken zu, droht das gesamte Netz seinen Halt zu verlieren, es entstehen riesige Löcher, denn jede Art ist mit anderen verbunden, als Futter, als Fressfeind, als Bestäuber, als Zersetzer, als Symbiont oder was auch immer. Deshalb können wir Menschen es uns nicht leisten, Arten aussterben zu lassen, und doch gehen wir achtlos mit der Natur um. Vielen gelten Insekten eher als Schädlinge und Nahrungskonkurrenten oder als lästige Parasiten. Diese Sicht sollten wir ändern.

Nun ist die Artenvielfalt der Insekten hier in Deutschland nicht ganz so groß, hier gibt es zwischen 30.000 und 40.000 Arten. Doch auch von diesen sind viele in Gefahr, wie unsere Roten Listen beweisen. Über ein Viertel ist gefährdet, andererseits nehmen andere Arten zu, die z. B. vom Klimawandel profitieren.

Aus diesem Grund sind insektenfreundliche Gärten so wichtig, denn sie dienen als Trittsteine für Arten. Ist ein Garten in der näheren Umgebung von einem anderen guten Garten, können es die Insekten schaffen, von einem zum anderen zu wandern, sich auszutauschen und so die genetische Vielfalt zu bewahren, die notwendig zum Überleben ist.

Zwar stehen Bestäuber wie Wildbienen (die bis zu 500 m weit fliegen, also durchaus in die Reichweite anderer Gärten kommen können), Schwebfliegen, Schmetterlinge eher im Fokus, wenn wir davon sprechen, Pflanzen im Garten zu haben, die ihnen als Futter und Schlafplatz dienen, aber es geht genauso um andere Insekten, von Wespen und Hornissen über Schrecken und Käfer bis hin zu Exoten wie Glasflüglern oder Zikaden. Sie alle haben eine wichtige Funktion.

Nicht alle willkommen?

Natürlich gibt es auch für menschliche Interessen unwillkommene Insekten, das soll hier nicht unterschlagen werden. Eschenprachtkäfer, Eichenprozessionsspinner, Borkenkäfer und andere schädigen oder töten die für das Klima so wichtigen Baumbestände, bestimmte Zikadenarten tragen Bakterien in den Boden ein, die Feldfrüchte schädigen und für den Verzehr ungeeignet macht. Zwar sind auch sie Nahrung für andere, aber ihre Schadenswirkung übersteigt ihre Nützlichkeit. Weitere wie Zecken, bestimmte Mückenarten und andere übertragen Krankheiten, sie gilt es eher einzudämmen als zu schützen. Aus den Augen der Natur sind dies alles natürliche Entwicklungen; doch wir Menschen haben die Welt soweit verändert, dass wir auch Verantwortung für die Natur übernehmen müssen. Ohne unseren Verkehr mit Schiffen, Flugzeugen und Fahrzeugen, ohne Monokulturen und großflächigen Anbau wären manche Probleme gar nicht entstanden oder wären marginal. Somit müssen wir die Schäden, für die wir letzten Endes mitverantwortlich sind, auch selbst ausbessern.

Gefährdete Arten

Doch das alles sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Insekten stark gefährdet sind. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände um 76 % zurückgegangen, fast jede vierte Art ist gefährdet. Mehr dazu HIER in einem NABU-Artikel.

Wir können etwas tun. Keine Pestizide im Garten zu verwenden ist eines, der Anbau geeigneter Pflanzen und die Vermeidung von Schottergärten, grünen Wüsten (Rasen genannt und oft mit dem Roboter kurzgehalten), die Anlage verschiedener Biotope im Garten und Dunkelheit in der Nacht statt Ausleuchtung sind einige Dinge, die wir tun können.

Tauche ein in die faszinierende Welt der Insekten

Hier folgen ein paar weiterführende Links.

Wildbienen

Erfahren Sie, warum Wildbienen für die Bestäubung unserer Pflanzen unverzichtbar sind.

Schmetterlinge

Lernen Sie, wie Schmetterlinge als Indikatoren für die Umweltgesundheit wirken.

Lebensräume

Entdecken Sie Wege, wie man vorhandene Insektenlebensräume schützt und fördert.

Selber mithelfen!

Wer den Schmetterlingen helfen möchte, kann auch bei einer langfristigen Aktion des Helmholtz-Zentrums für deren Zählung mitmachen. Man wählt eine Strecke („Transekte“) aus und geht dort regelmäßig zählen. Allerdings muss dies angemeldet und auch genehmigt werden. Mehr dazu unten.

Kleiner Schillerfalter: gefährdet. Foto: NABU-Mediathek

Mitmachaktionen

Wer generell bei Zählungen mitmachen will, kann sich auch an der Aktion von NABU-Naturgucker „Sommerinsekten“ teilnehmen, die regelmäßig stattfindet und die vorherige Aktion „Nabu Insektensommer“ abgelöst hat. Eine andere Citizen-Science-Aktion für die Insektenzählung findet bei KInsecta statt. Häufig findet man auch Aktionen auf der App Obsidentify.