Ohne Pflanzen keine Insekten, ohne Insekten keine Pflanzen
Insekten sind unsere wichtigsten Bestäuber. Ohne sie fehlte uns ein großer Teil unserer Ernährung. Damit wir genügend Insekten haben und sie sich verbreiten können, brauchen wir Trittsteine, wo die vielen Arten auch genau die Pflanzen finden, von denen sie leben und an denen sie sich verpuppen oder in denen sie überwintern können. Schaffen wir eine bunte Vielfalt für sie!



Faktoren für Vielfalt
Jeder Garten ist anders. Anderer Boden, andere Fruchtbarkeit, andere Lichtverhältnisse, viel oder wenig Feuchtigkeit, flach oder hügelig: Jede Pflanze braucht einen mehr oder weniger idealen Standort, sonst gedeiht sie nicht.
Die Mischung macht’s
Vom größten, Schatten spendenen Baum bis zum unscheinbarsten Halm, dazwischen Sträucher, Grassorten, Blühpflanzen und Stauden und auch Nutzpflanzen. Sie alle beeinflussen sich gegenseitig. Ausgewogenheit ist Trumpf.
Das Jahr ist lang
Im März geht es los, die ersten Insekten schlüpfen. Und im Herbst brauchen die letzten Königinnen und andere auch noch Nahrung. Bietet der Garten das ganze Jahr über Nahrung für Insekten? Diesem Ideal sollten wir näherkommen.
Die richtigen Apps für die richtigen Pflanzen!
Die obige Broschüre des Landwirtschaftsministerium („mehr erfahren“) bietet bereits eine Auswahl an nützlichen Pflanzen für unsere Insektenvielfalt. Es geht aber auch noch genauer, und zwar mit den richigen Apps, denn ein Smartphone hat heute fast jeder (für die übrigen gibt es gute Bücher).
Die App, die wir jedem nur wärmstens empfehlen können, ist natura.db, eine Datenbank, die jeder Nutzer kostenlos und frei auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Es gibt sie als Webseite und auch als App in den einschlägigen Stores.
Unter „Suche“ bzw. mit der Filterfunktion können dort die Daten eingegeben werden, die der eigene Garten bietet. Die Pflanzenart (Blumen und Stauden, Gehölze, Halbsträucher, Gräser, Zwiebeln, Farne), die Höhe und Wuchsbreite, die eigene Postleitzahl (wichtig für regionale Arten), die Zone im Garten, die Licht- und Wasserverhältnisse, ob eine Pflanze heimisch ist, eine Raupenfutterpflanze, eine wertvolle Bienenpflanze, ob sie gefährdet ist usw.
Damit kommt man zu einer Auswahlliste von geeigneten Pflanzen für das Gelände, was man im Garten vorfindet oder in Form von Beeten geschaffen hat.
Ein Beispiel:
Für ein Beet mit eher magerem und trockenen Boden mit wenig Wasser und gutem Licht ergab sich durch den Filter eine Liste von sieben Pflanzen, die alle das Merkmal „Super-Insektenpflanze“ trugen.

Wir können hier schon einiges sehen: Was die Pflanzen benötigen, wann sie blühen, wie groß sie sind und wem sie Nahrung bieten. Für diese nur sieben ausgewählten Pflanzen ergab sich dabei das folgende Bild:

Wir sehen, dass schon diese sieben Arten insgesamt für 450 Tiere interessant sind, darunter 52 spezialisierte Wildbienen, die speziell diese Pflanzen benötigen, 181 Wildbienen insgesamt, von etwa 240 Arten, die in der eingegebenen Region Südniedersachsen vorkommen, sowie Schmetterlingen, Raupen Schwebfliegen und Käfer.
Dies zeigt die große Potenz der richtigen Pflanzenauswahl für das entsprechende Mini-Biotop, das wir dafür ausgewählt hatten (in diesem Fall ein Kalkschotterbeet).
Bei der Planung können wir den Einsatz dieser App unbedingt empfehlen.
Weiter unten in der App werden dann auch ALLE Arten aufgeführt, die von dieser Pflanzenauswahl profitieren. Wir sehen hier auch, welchen Status diese Insekten haben (vom Aussterben bedroht, weshalb die Auswahl wichtig ist) und ob sie auf eine dieser Pflanzen spezialisiert sind, wie die Wald-Pelzbiene rechts, die ebenfalls auf einer Vorwarnliste steht.Natürlich bedeutet das Anpflanzen der Beispielpflanzen nicht sofort, dass diese Bienen auch dort sind: Es muss schon welche in der Nähe geben, dann haben wir eine Trittstein, der bedeutend ist



Schließlich können wir in der App auch ablesen, wann diese Pflanzen blühen und wann die Insekten tatsächlich unterwegs sind; das sollte deckungsgleich sein. Und wer sich zum Kauf dieser Pflanzen oder von Samen entschließt, findet auch gleich Kaufhinweise. Die Seite selbst ist aber nicht kommerziell.
Nun wird nicht jeder Garten neu bepflanzt, außerdem bringen Vögel und der Wind Samen von außerhalb, die dann plötzlich im Garten wachsen. Die mögen erwünscht sein, manche sind auch nicht willkommen. Dazu gehören einige meldepflichtige invasive und schädliche Arten wie der japanische Knöterich, der Riesenbärenklau. Eine Liste unerwünschter Arten (Pflanzen und andere) findet sich HIER. Diese haben in Gärten nichts verloren.
Nun wollen diese Arten auch erkannt werden. Dazu kann ebenfalls natura.db verwendet werden, es gibt weitere Apps, die gute Dienste leisten, u. a. Obsidentify, Flora Incognita, Picture this, Plant@net und Google Lens, um nur einige zu nennen. Sie sind alle in den Appstores zu finden.
Schließlich gibt es Pflanzen und Samen auch in ausgewählten guten Geschäften zu kaufen. Wir wollen hier keine Werbung betreiben, aber darauf hinweisen, dass auf die Herkunft und die Qualität (bio) zu achten ist. Auch in natura.db finden sich dazu Links.