Kriterien

Was sollte ein Garten aufweisen, um als insektenfreundlich zu gelten?

Hier sind die einzelnen Kriterien aufgelistet, die wir für wichtig halten, damit ein Garten auch als insektenfreundlich gelten kann. Für jede Rubrik gibt es eine verschiedene Anzahl an Punkten, beim Erreichen einer gewissen Punktzahl (siehe Liste) verleihen wir eine Urkunde und eine Plakette. Es gibt allerdings auch Ausschlusskriterien: Ein Schottergarten macht alles zunichte, die Verwendung von Pestiziden ebenfalls.
Wie viele Punkte es gibt, hängt davon ab, wie gut das entsprechende Gebiet in Schuss ist, wie groß es ist, ob es z. B. einen hohen Anteil an nicht einheimischen Pflanzen aufweist und so weiter. Es können zwischen einem und sechs Punkten pro Kriterium erworben werden.


Kräuterrasen

Wenn dein Garten häufig gemäht wird, wächst dort vermutlich wenig an Wildblumen und Kräutern. Lass Klee, Gänseblümchen, Gundermann, kriechenden Günsel, Wiesenschaumkraut, kleine Braunelle und andere Pflanzen gedeihen – das hilft den Insekten!

Blumenwiese

Eine richtiggehende Wiese voller Blumen geht natürlich auch, vor allem, wenn dort viele einheimsche Arten blühen. Überwiegen die Neophyten, gibt das Abzüge. Beim Kauf von Blühmischungen darauf achten!

Hecken, Sträucher

Hecken grenzen Gärten ab. Doch Thuja, Kirschlorbeer und andere Plfanzen sind nichts für Insekten. Schlehen wie auf dem Bild, Kornell-Kirsche, Liguster und andere Arten bieten viele Vorteile, ähnliche Sträucher ebenso. Außerdem bieten sie auch anderen Kleintieren Schutz.

Bäume

Bäume bieten nicht nur Vögeln Schutz und Schatten, sondern auch Insekten und ernähren auch ihre Raupen. Die Salweide links ernährt über 200 Raupen, blüht sehr früh im Jahr und ist immer ein Pluspunkt, viele andere Bäume auch.

Wilde Ecken

Brennnesseln sind bei vielen Gärtnern zu Unrecht unbeliebt. Viele Schmetterlingsarten wie der Kleine Fuchs, der Admiral, das Tagpfauenauge und das Landkärtchen (Bild links) brauchen sie für ihre Raupen. Ähnliches gilt für Disteln, Karden, Labkraut und anderes „Unkraut“!

Gärtnern

immer umweltgerecht! Wir verzichten auf Torf, um unsere Moore zu schützen, auf Kunstdünger und Pestizide, wir gießen mit Regenwasser oder aus der Zisterne, und wir machen nachts das Licht aus! Das gibt alles Punkte; Pestizide sind ein Ausschlusskriterium!

Trockenbiotop

Über 70 % der Wildbienen nisten im Boden! Ein Sandarium, offener Boden, Steinmauern, Kalkschotter-Beete und ähnliche Flächen sind äußerst nützlich. Dazu gehören passende Pflanzen und Totholz. Hier ein Sandarium mit 70 cm Tiefe.

Feuchtbiotop

Ein Teich, je nach Größe, gibt Punkte. Auch ein Sumpfbeet oder notfalls ein Eimer mit Sumpfpflanzen, eine Trinkschale, und bitte keine Fische! So kommen mehr Arten in den Garten, und das Mikroklima wird auch besser. Wasser- und Feuchtflächen sind immer eine Bereicherung.

Nisthilfen

Aufpassen bei „Insektenhotels“! Diese sind oft nicht gut geeignet. Gut gebaute dagegen schon, z. B. für die Mauerbiene links. Auch Angebote im Totholz, Mauern, Sandboden, markhaltigen Stängeln gehören dazu. Wichtig für die Vermehrung! Offenboden ist ebenfalls gut.

Blühpflanzen

Blumen im Garten werden oft nach menschlichen Schönheitskriterien ausgewählt und sind oft gefüllte und damit nutzlose Zuchtformen. Insekten bevorzugen einheimische Pflanzen mit Nektar und Pollen, wie das Widderchen links. Viel davon und von März bis Oktober wäre ideal für sehr viele Insekten.

Laubhaufen

Laub, Kompost, Benjes-Hecken und Co: Unterschlupf und Nahrung für viele Insekten schaffen! Hier finden Käfer, Wanzen, Ameisen und viele andere Platz. Auch ein Käferkeller hilft den Insekten und auch anderen Tieren.

Schotter ade!

Schottergärten, Gabionen und ähnliche lebensfeindliche Umgebungen entwerten den Garten komplett: keine Plakette möglich. Umgestalten, dann kommen wir wieder!

Selbsttest

HIER findest du einen Selbsttest, um zu sehen, ob dein Garten sich qualifizieren kann. Bei der endgültigen Prüfung werden dann maximal 33 Punkte vergeben – 23 davon müssen erfüllt sein, um eine Plakette und eine Urkunde zu erhalten!